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Pflegende Angehörige

Wir reden von „pflegenden Angehörigen“ und meinen damit „die Anderen“. Wir sprechen von „diesen Menschen“ und meinen „die Anderen“!

Warum denken wir mit „Pflegenden Angehörigen“ seien „die Anderen“ gemeint?

Pflegende Angehörige sind WIR!

Pflegende Angehörige sind keine Stillen Helden!

Pflegende Angehörige sind die Basis der Pflege in Deutschland!

Über 80% der Menschen in unserem Land werden von uns, den Bürgerinnen und Bürgern gepflegt.

Pflegende Angehörige sind Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene, Menschen mittleren Alters und ältere Menschen. Wir kümmern uns und pflegen in nahezu jedem Lebensalter.

Was machen Pflegende Angehörige eigentlich den ganzen Tag?

Sie kümmern sich um die Organisation von professioneller Pflege, sie kaufen ein, kochen, kümmern sich um Wäsche und Haushalt, sie sind da, wenn ein Pflegebedürftiger sie braucht.

Es muss dringend eine Tätigkeitsbeschreibung erarbeitet und rechtlich verankert werden.

Wenn Angehörige und Pflegebedürftige nicht am gleichen Ort wohnen und Frauen berufstätig sind, wer sollen sie dann pflegen?

Die Vereinbarkeit von Pflege, Beruf und Familie ist komplex.

Wenn sie nicht arbeiten können, wovon sollen sie leben?

Angehörige müssen einen finanziellen Leistungsausgleich für ihre Sorgearbeit bekommen. Es müssen Rentenbeiträge gezahlt werden, die ihnen ein Leben in Würde im Alter ermöglichen.

Warum sagen Pflegende Angehörige nicht was sie brauchen?

Pflegende Angehörige müssen ermutigt werden ihre Bedarfe selbst in allen Ebenen mit einzubringen. Ihre Lobbybildung muss unterstützt werden.

Was ist denn so schwierig daran einen nahestehenden Menschen zu pflegen bzw. sich um ihn zu kümmern?

Es ist ungeheuer schwierig sich durch den bürokratischen Pflege-Urwald durchzukämpfen.

Wir brauchen eine Art kommunalen Pflege ADAC , eine unabhängige, am besten kommunale Stelle an die man sich rund um die Uhr wenden kann mit

Problemen und Fragen zum Thema „Pflege.

Angehörigenpflege darf nicht zur Belastung und Überlastung führen.

Der Alltag Pflegender Angehöriger ist bestimmt vom Alter der Pflegebedürftigen.

Für die Betreuung von Kindern in Kindergarten und Schule sind andere externe Unterstützungsangebote erforderlich als für die Betreuung von Jugendlichen im Rahmen von Ausbildung und Einstieg ins Berufsleben. Junge Erwachsene mit Pflegebedarf haben andere Bedarfe als ältere Menschen und demenziell Erkrankte.

Besonders Eltern von Kindern mit Pflegebedarf sind von Einschränkungen ihres Handlungsspielraumes betroffen Angehörige müssen maximalen finanziellen und organisatorischen Freiraum haben um eine Pflege zu organisieren, die es ihnen ermöglicht Beruf und Pflege miteinander zu vereinbaren.

Aber es gibt doch bald eine Pflegereform, wird dann nicht alles besser? Na ja, erst einmal sollen bislang frei einsetzbare Gelder der Verhinderungspflege gekürzt werden. Das wäre fatal.

Gelder für Tagespflegen wenn gleichzeitig Pflegesachleistungen in Anspruch genommen werden sollen gekürzt werden. Das wäre für Pflegende Angehörige inakzeptabel.

Das wird dazu führen, dass eine Berufstätigkeit aufgegeben werden muss mit allen daraus entstehenden Folgen, vor allem der der Altersarmut.

Ganz besonders betroffen von dieser Regelung sind übrigens Eltern von Kindern mit Behinderung

Was brauchen Pflegende Angehörige?

Wir brauchen auch einen Rechtsanspruch auf einen Kurzzeitpflegeplatz. Wie soll bspw. ein Urlaub Urlaub sein, wenn man keinen Ersatz für die eigene Pflege findet?

Pflegebedürftige und Pflegepersonen benötigen ein frei verfügbares Budget, das es uns erlaubt flexibel. selbstorganisiert, niedrigschwellig und – unbürokratisch ihren komplexen Pflegealltag -zu organisieren.

Wir brauchen eine strukturelle Pflegereform

Erfahrungen von Bürgern sollten aufgenommen und berücksichtigt werden können bei der Erstellung und der Umsetzung von Konzepten.

In einer konzertierten nationalen Anstrengung sollte versucht werden die „Pflege“ ressourcenorientiert neu zu ordnen.

Die Frage muss sein: Wer übernimmt in der Pflege welche Tätigkeiten, welche Angebote sind nötig um die ambulante und stationäre Pflege so sicherzustellen, dass sowohl Pflegende wie auch Pflegebedürftige jeden Alters gut damit leben können.

Die Rahmenbedingungen der Pflege sollten neu verhandelt werden.

Bürger sollten ermutigt werden sich mit einbinden zu lassen in Überlegungen zum Thema Pflege. Unsere Erfahrungen sind wichtig.

Wir übernehmen tagtäglich Verantwortung.

Es sollte der Versuch gemacht werden sich mehr Vertrauen statt Misstrauen auf allen Seiten entgegen zu bringen.

Wir brauchen eine Pflegereform, die sich in erster Linie an den Bedarfen der Pflegebedürftigen und der sie professionell und informell Pflegenden orientiert und nicht überwiegend an den Interessen der Pflegeanbieter.

Wir sollten uns bewusst machen, dass die Ressource „Pflegende Angehörige“ nicht unerschöpflich ist!

Wenn die Angehörigenpflege wegbricht, dann bricht „die Pflege“ zusammen.

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