Helene Klein, Dr. Florian Kreul, Tanja Serapinas, Verena Weisz, Team Incluencer against ABA/ Beiträge, Texte

Die UN-Behindertenrechtskonvention verpflichtet die Konventionsstaaten alle geeigneten Maßnahmen zu treffen, um Menschen mit Behinderungen vor jeder Form von Ausbeutung, Gewalt und Missbrauch zu schützen. Wir wollen erreichen, dass Applied Behaviour Analysis (ABA) und alle Therapieangebote, die auf eine Anpassung autistischer Menschen an eine Norm abzielen, verboten werden.

Autismus ist angeboren und nicht heilbar. Autismus ist die sichtbare Auswirkung einer Reizfilterschwäche, die allgemein als tiefgreifende Entwicklungsstörung bezeichnet wird. Autismus geht häufig mit Schwierigkeiten in der Kommunikation, der Wahrnehmung und der sozialen Interaktion einher. Autismus gehört also ebenso zum Menschen, wie die Augenfarbe oder die Körpergröße. Autismus hat man nicht- man ist autistisch. Somit sind sämtliche Besonderheiten in der Wahrnehmung und dem Verhalten nicht von der Person zu trennen, die autistisch ist.

Wie die meisten Menschen mit Behinderung, sehen sich autistische Menschen auch in nahezu allen Lebenslagen mit den verschiedenen Barrieren konfrontiert. Während man glücklicherweise in vielen Bereichen versucht, für Menschen mit Behinderung eine Barrierefreiheit zu schaffen, wird im Fall von Neurodivergenz viel zu häufig der Mensch verändert, statt die Umwelt, in der er lebt. Dies entspricht nicht dem Inklusionsgedanken und dem Recht auf Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderung!

ABA gilt als die wirksamste Methode zur Behandlung von sogenannten Autismus Spektrum Störungen. ABA basiert auf der operanten Konditionierung. Studien belegen, dass durch ABA die Hälfte aller behandelten Kinder ein normales Funktionsniveau in Bezug zur Intelligenz, Sozialverhalten und der Emotionalität erreichen kann. Und genau hier liegt das Problem: ABA ist hoch ableistisch. Autist/innen müssen nicht an eine Norm angepasst werden. Es ist vollkommen okay, autistisch zu sein. Wir sehen Autismus entsprechend des Neurodiversitätsparadigmas als eine Art zu sein, als ein Ausdruck menschlicher Vielfalt, wie auch die LGBTQ-Community und weitere Gender Diversitäten, und nicht als Störung, die behandelt werden muss. Wir haben seit einigen Jahren eine akzeptierte Gender-Diversity-Bewegung, nun brauchen wir eine Neurodiversity-Bewegung.

Ähnlich wie die Konversionstherapie, die Homosexualität behandeln soll, und die gleichen Wurzeln hat wie ABA, erreichen wir mit dieser Behandlung lediglich ein Maskieren und ein Vorspielen von Normalität. Dies hat für die Opfer schwerwiegende, in Studien nachgewiesene, gesundheitliche Probleme zur Folge, wie Posttraumatische Belastungsstörungen, Depressionen oder Angststörungen. Autist/innen sehen in der Anwendung von ABA eine eindeutige Menschenrechtsverletzung, da sie Autismus als Problem sieht, welches behandelt werden muss. Die eigentliche Zielgruppe dieser Therapie sind nicht die autistischen Menschen selbst, sondern die Eltern und das Umfeld, die das autistische Verhalten als Belastung wahrnehmen. Selbstbestimmung und Teilhabe kann so nicht erreicht werden. Wir sind uns sicher, dass eine Gesellschaft derartige Behandlungen an neurotypischen Menschen niemals akzeptieren würde. Aus diesen Gründen muss ABA verboten werden!

Im Kampf für Barrierefreiheit, Teilhabe und Selbstbestimmung autistischer Menschen brauchen wir Verbündete. Bitte teilen Sie diesen Aufruf, sprechen Sie darüber, erzählen sie von uns. Inklusion muss laut sein!

Herzlichst, Ihr Team von Incluencer against ABA

Helene Klein, Dr. Florian Kreul, Tanja Serapinas, Verena Weisz

Kontakt: incluenceragainstaba@freenet.de

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